Urlaubsziele zum Wandern in Frankreich – von den Alpen bis zur Küste
Beim Wandern in Frankreich – durch Lavendelfelder, an Bergseen oder an der rauen Atlantikküste – können Sie gemächlich die authentischen und schönsten Seiten des Landes erleben.
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Frankreich ist wie gemacht für Wanderungen – sei es entlang der Küstenwege, wo die Möwen am Himmel kreischen, durch duftende Lavendelfelder, in denen Zikaden zirpen, oder unter hoch aufragenden Berggipfeln. Das Schöne am Wandern in Frankreich ist, dass man – insbesondere als Alleinreisende(r) – nie wirklich allein ist, denn das Unterwegssein in der Natur ist tief in der französischen Lebensart und Kultur verwurzelt. Auf gut gekennzeichneten Wanderrouten (Grandes Randonnées oder GRs), Feldwegen und historischen Pilgerpfaden sind Wandertouren in Frankreich in jeder Hinsicht sehr einfach zu bewältigen.
Für Familien, die mit Kindern und/oder Großeltern reisen, sind jedoch nicht alle Wanderstrecken gleichermaßen geeignet. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige besonders sehenswerte und leicht zugängliche Wanderziele in Frankreich vor.
Die französischen Alpen: Wandern in Frankreichs majestätischer Bergkulisse
Viele Reisende glauben, die französischen Alpen seien zu anspruchsvoll für einen Wanderurlaub oder nur aufgrund ihrer Skigebiete beliebt. Dabei bietet die Region traumhaft schöne Wanderwege für alle Erfahrungsgrade mit sanften Steigungen, die sogar für jüngere Kinder geeignet sind und an smaragdgrünen Seen, Wildblumenwiesen und zerklüfteten Berggipfeln entlangführen. Darüber hinaus sind die französischen Alpen – vor allem dank der Skiresorts – mit vielen Liften und Bergbahnen ausgestattet, sodass selbst die höchsten Gipfel mühelos erreichbar sind.
Beliebte Wanderregionen in den französischen Alpen
Lac des Gaillands: Nur wenige Kilometer vom legendären Dreiländereck bei Chamonix entfernt, wo die Grenze zwischen Frankreich, der Schweiz und Italien mitten in den Bergen verläuft, ist die Landschaft am Lac des Gaillands ein klassisches Wandergebiet für Anfänger. Rund um den See herum gibt es diverse Wanderwege ohne steile Anstiege, die Ausblick auf Europas höchsten Berg, den Mont Blanc, bieten – ein perfektes Terrain für ältere Familienmitglieder oder Kleinkinder auf ungeübten Beinen.
Plateau des Glières: Mit buchstäblich Hunderten von Kilometern an Wander- und Radwegen und einer idyllischen Hügellandschaft ist das Plateau des Glières ein Paradies für Naturfreunde – sei es bei winterlichen Schneeschuhwanderungen oder im Frühling und Sommer, wenn Wildblumen und Kräuter die Feldwege säumen. Erfahrenen Wanderern beschert die Drei-Gipfel-Route (Tête Noire, Tête Ronde und Tête de l'Arpattaz) unvergessliche Ausblicke auf Seen und Täler.
Le Semnoz: Dieses Plateau oberhalb der malerischen Stadt Annecy bietet reizvolle Ausblicke auf den langen, schmalen Lac d'Annecy und einfache, gut gepflegte Rundwege. Am Crêt de l'Aigle und Crêt de Châtillon gibt es relativ einfache Höhenrundwege. Im Sommer können Sie hier Rinderherden mit bimmelnden Kuhglocken begegnen.
Die beste Reisezeit: Von Juni bis September können Sie die Wildblumenblüte im warmen Sonnenschein genießen, und alle Lifte sind in Betrieb. Auch der Frühling kann angenehm sein, allerdings liegt dann oberhalb von 1500 Metern mitunter noch Schnee.
Verkehrsmittel vor Ort: Der ÖPNV bedient die größeren Ortschaften, kann jedoch in abgelegeneren Tälern nur begrenzt verfügbar sein. Ein Auto bietet maximale Flexibilität.
Die Provence: Lavendelfelder, Olivenhaine und malerische Feldwege
Fernab der dramatischen Steilhänge in den französischen Alpen ist die Provence von sanften Hügeln und jahrhundertealten Wegen geprägt, die Bergdörfer und legendäre Küstenstreifen miteinander verbinden. Genießen Sie entspanntes Wandern in Frankreich und erleben Sie die Farbenpracht der Region auf kurzen, reizvollen Spaziergängen: violette Lavendelfelder und knorrige Weinstöcke unter strahlend blauem Himmel, ockerfarbene Dörfer mit einladenden Straßencafés und natürlich das magische Meer, dem Charles Trenet das Chanson La Mer widmete.
Einfache Wanderrouten in der Provence
Der Bergdörfer-Rundweg im Luberon: Dieses beliebte, verzweigte Netz aus leicht zu bewältigenden Wander- und Radwegen verbindet eine Reihe charmanter historischer Dörfer – darunter Gordes, Roussillon, Ménerbes und Ansouis, das als eines der schönsten Dörfer Frankreichs gilt. Viele Strecken sind weniger als fünf Kilometer lang und führen durch Weinberge und Olivenhaine. Genießen Sie ein typisch provenzalisches Wandererlebnis, indem Sie Brot und Käse aus der Region für ein Picknick mitnehmen.
Von Sault zu den Lavendelfeldern: Diese von herrlichem Duft begleitete kurze Spazierstrecke ist Teil der längeren Lavendelrouten (Routes de la Lavande). Sie beginnt im Bergdorf Sault und führt durch die umliegenden Lavendelfelder, wo Schautafeln entlang der Route über dessen Anbau informieren. Um einen Panoramablick zu genießen, können Sie die Wanderung bis zum Plateau von Sault verlängern. Am schönsten ist die Strecke zur Hauptblütezeit zwischen Juli und Anfang August.
Gorges du Régalon: Bei dieser etwas anspruchsvolleren dreistündigen Wanderung bildet ein trockenes Flussbett den schattigen Pfad durch eine spektakuläre Schlucht im Luberon, die wie eine geheimnisvolle Parallelwelt anmutet. Der erste Abschnitt erfordert ein wenig Kletterei, denken Sie daher an entsprechend geeignete Kleidung und schützen Sie Ihre Knie.
Von Nizza nach Villefranche-sur-Mer: Wer zum Wandern in Frankreich nach Nizza fliegt, kann mit dieser mäßig anspruchsvollen, aber atemberaubend schönen acht Kilometer langen Küstenwanderung von Nizza nach Villefranche-sur-Mer sofort loslegen. Am Ziel angekommen, können Sie die wenig bekannten Wandmalereien des Künstlers Jean Cocteau in der hübschen rosafarbenen Chapelle Saint-Pierre bewundern. Die Kapelle liegt direkt an der Küstenpromenade.
Die beste Reisezeit: Von Mai bis Juni locken die Frühlingsblumen bei kühleren Temperaturen, von Ende September bis Oktober die Herbstfarben bei milderem Wetter. In der Hochsaison von Juli bis August ist es heiß – brechen Sie früh auf und denken Sie an ausreichenden Sonnenschutz.
Verkehrsmittel vor Ort: Die Regionalzüge und Busse sind zuverlässig und preiswert, insbesondere entlang der Côte d'Azur. Für Ausflüge in abgelegenere, bergige Gebiete empfiehlt sich ein Mietwagen.
Die Bretagne: Wandern an Frankreichs rauer Küste
Sie und Ihre Familie lieben die Meeresbrise, die Seevögel und die dramatische Brandung an felsigen Küsten? Dann ist die bretonische Halbinsel genau das Richtige für Sie, denn entlang ihrer Küstenlinie verläuft Frankreichs berühmte Wander- und Radroute – der 2000 Kilometer lange GR34. Viele Abschnitte der auch als Zöllnerpfad bekannten Strecke sind überraschend einfach und kinderfreundlich.
Die besten Wanderwege in der Bretagne
Spaziergang auf den Stadtmauern und der Strandpromenade von Saint-Malo: Diese knapp zwei Kilometer lange Strecke ist ideal, um jüngere Kinder an das Wandern heranzuführen. Sie bietet flache Wege, atemberaubende Ausblicke auf das Meer, Festungstürme, die Sie gemeinsam erkunden können, und die historische Burg Saint-Malo als Kulisse. Der beliebteste Startpunkt ist die Porte Saint-Thomas.
Von Pléneuf-Val-André zum Cap Fréhel: Wenn Sie mit kleinen Kindern unterwegs sind, wählen Sie am besten die flacheren Abschnitte dieser klassischen Küstenroute, wie beispielsweise die Gegend um Sables d'Or les Pins. Der Rundweg Plaine Garenne bietet fantastische Ausblicke auf das Meer und Cap Fréhel, ohne dass Sie größere Steigungen bewältigen müssen.
Pointe du Raz: Die gut markierten Rundwege nahe der ikonischen windgepeitschten Landspitze sind für Ausflüge mit älteren Kindern geeignet, die sich für ein etwas wilderes Terrain begeistern können.
Die beste Reisezeit: Von Mai bis September scheint die Sonne hier am häufigsten, aber auch im Frühherbst kann man noch bei angenehmen Temperaturen wandern. Da das Wetter in der Bretagne wechselhaft sein kann, gehört Regenbekleidung zu jeder Jahreszeit ins Reisegepäck.
Gut zu wissen: Beachten Sie stets den Gezeitenkalender, wenn Sie an Stränden oder Meeresarmen wandern möchten – der Tidenhub in der Bretagne ist sehr hoch!
Die französischen Pyrenäen: Weiden, Seen und sanfte Berghänge
Die Pyrenäen werden meist mit schroffen Gipfeln, anspruchsvollen Hochgebirgspfaden und Abgeschiedenheit assoziiert. Doch die Gebirgskette zwischen Frankreich und Spanien beherbergt auch liebliche Täler, Wildblumenweiden und spiegelglatte ruhige Seen, die Sie wunderbar als Familie erkunden können.
Beliebte Strecken zum Wandern in Frankreichs Pyrenäen
Rundkurs am Lac de Gaube: Dieser bei Familien beliebte Wanderweg führt um einen bildschönen, von hoch aufragenden Felsen umgebenen Bergsee herum. Sanfte Steigungen und eine klare Beschilderung sorgen für ein entspanntes Wandererlebnis. Wer die Anfahrt nicht komplett mit dem Auto zurücklegen möchte, kann an der Pont d'Espagne parken und mit der Seilbahn über die Wasserfälle bis zum letzten Anstieg im Sessellift fahren.
Wanderpfade am Hautacam: Auf den abgerundeten Grashängen und breiten Pfaden rund um das Skigebiet Hautacam verlaufen Wanderstrecken aller Schwierigkeitsgrade. Die atemberaubend schöne Landschaft war bereits mehrfach Ziel der Pyrenäen-Bergetappe der Tour de France.
Die beste Reisezeit: Während der Wilblumenblüte von Juni bis September sind die Straßen schneefrei und es herrschen angenehme Temperaturen.
Verkehrsmittel vor Ort: Da in den französischen Pyrenäen kaum öffentliche Verkehrsmittel verfügbar sind, ist ein Auto unerlässlich.
Die Dordogne: Wandern am Flussufer
Wenn Sie ein Faible für Wasserläufe, mittelalterliche Dörfer und schattige Waldwege haben, können Sie an der Dordogne in gemächlichem Tempo wandern und dabei Naturerlebnisse mit geschichtlichen Erkundungen verbinden. Vergessen Sie steile Anstiege. Hier liegt der Fokus auf angenehmen Spaziergängen am Flussufer, durch Wälder und zwischen den Burgen, die einfach Freude bereiten.
Einfache Wanderungen an der Dordogne
Rundkurs Castelnaud-la-Chapelle: In Castelnaud-la-Chapelle, einer der schönsten Gemeinden der Region, beginnt eine 15 Kilometer lange Wanderstrecke mittleren Schwierigkeitsgrades. Unterwegs genießen Sie einen weiten Blick auf das Tal und die Flüsse und kommen am hoch aufragenden Château de Castelnaud vorbei. Die befestigte Höhenburg aus dem 13. Jahrhundert ist (je nach Saison) täglich von ca. 14:00 bis 17:00 Uhr geöffnet und beherbergt heute ein Museum, das die mittelalterliche Kriegsführung beleuchtet.
Die Treidelpfade: Achten Sie auf die Wegweiser zu den chemins de halage (Treidelpfaden) entlang der Dordogne und Vézère. Die ursprünglich zum Ziehen von Lastkähnen genutzten Pfade bieten heute malerische, flache Spazierwege am Wasser, an denen es in der Regel auch Badestellen gibt.
Die beste Reisezeit: Von Mai bis Juni und von September bis Anfang Oktober ist das Wetter mild und es blühen viele Wildblumen. Außerdem ist die Region dann weniger überlaufen als im Hochsommer.
Verkehrsmittel vor Ort: Ziehen Sie in Erwägung, ein Hausboot zu mieten oder eine Fahrt auf einem traditionellen Kahn zu buchen und erkunden Sie die Region von ihren berühmten Wasserwegen aus. Selbst für Anfänger sind diese Boote überraschend leicht zu handhaben.
Das Wandern in Frankreich hat Sie so inspiriert, dass Sie schon Ihre nächste Reise in das familienfreundliche Land planen? Dann lesen Sie weiter, um unvergessliche Ziele für einen Kinderurlaub und unterhaltsame Familienaktivitäten für Ihren Urlaub in Frankreich zu entdecken.